Obwohl man 10 Monate darauf wartet, kann einen nichts darauf vorbereiten, wie sich das Leben mal so eben von einem Moment auf den anderen komplett verändert. Vorbereitungskurse, diverse Lektüren und großes Pläneschmieden verlieren kurzerhand an Bedeutung, wenn man dieses neue kleine Leben zum ersten Mal im Arm hält.
Das war beim ersten Kind so und tatsächlich: auch die Ankunft unseres zweiten Buben hat unser Leben erneut auf den Kopf gestellt. Auf einmal waren wir zu viert! Der Große hatte einen kleinen Bruder, wir hatten „2 Jungs!“ und es fühlte sich einfach noch mehr nach „Familie“ an.
Ja, es stimmt – beim zweiten Mal ist man souveräner, weiß eher, was auf einen zukommt und hat eine Vergleichsmöglichkeit. Trotzdem bleibt die respektvolle Spannung vor der Entbindung, der überwältigende Gefühlscocktail kurz danach, die Unsicherheit der ersten Handgriffe und die intensive Erfahrung, was Schwangerschaft und Geburt dem eigenen Körper abverlangt haben.
Was vor allem neu für mich war: Ruhe und Gelassenheit. Unser Erster kam 4 Wochen zu früh und unser Start war holprig und aufreibend. Beim zweiten Kind konnte ich das Wochenbett viel mehr genießen und wir ließen uns Zeit, zusammen anzukommen. Wenn es die Umstände erlauben, würde ich allen Eltern wünschen, die ersten Wochen in gemeinsamer Elternzeit zu verbringen. Ich war so froh, dass sich mein Mann, um alles drum herum kümmern konnte und viel mit dem Großen unternahm. Und: Es gibt wohl keine bessere Nachmittags-Beschäftigung als ungestörtes Familien-Kuscheln…
Jetzt ist unser kleiner Räuber bereits acht Monate alt und ich kann kaum glauben, wie schnell das passiert ist! Tausendmal bekommt man zu hören: „ Genießt die Zeit! Sie geht so schnell vorbei“ Und so abgedroschen diese Worte auch sein mögen – Es gibt wohl kaum andere, die so wahr sind!