Die Fahrt klappt erstaunlich gut. Nach den letzten Tagen hatte ich mit nervigem Geschrei und schlechter Laune bei allen Beteiligten gerechnet, aber der Kleine macht brav sein Schläfchen und der Große interessiert sich für sein neues TipToi-Buch – so soll das sein!Wir passieren die spanische Grenze und müssen uns erst mal an die neue Art der Beschilderung gewöhnen. Bis Burgos müssen wir nochmal Maut bezahlen, aber dann geht es immer geradeaus die E80 durch den bergigen Norden Spaniens. Die Kulisse ist ziemlich beeindruckend und für den „Abendbrot-Break“ haben wir einen Rastplatz mit Aussicht.

Mittlerweile ist es schon wieder 19 Uhr und die Buben sind müde. Wie weit wir die Nacht fahren werden, ist noch nicht entschieden. Auf der einen Seite wollen wir so weit wie möglich kommen, auf der anderen Seite wollen wir die beiden auch nicht dauernd und ewig lange in ihren Autositzen festschnallen. Aber es läuft gut: 21 Uhr, beide Kinder schlafen – Endlich Ruhe und sogar noch letztes Tageslicht. Am Horizont lassen sich schneebedeckte Pyrenäen-Gipfel ausmachen.
Ich bin auch eingenickt und als ich wieder wach werde sind wir schon fast in Salamanca! Der Papa beweist Brummi-Fahrer-Qualitäten! Wir sind uns einig: Bis hierher und nicht weiter. Die Suche nach dem Schlafplatz geht diesmal schnell. Vorort – Wohngebiet – Pampas. Wir halten direkt am Straßenrand, bugsieren die Kinder rüber und mummeln uns feste ein – es ist ganz schön kalt! Am nächsten Morgen weckt uns der Kleine zum Sonnenaufgang
Google Maps ist ein Schatz und führt uns zum nächstgelegenen Bäcker. Wir stellen fest: Alte spanische Städte sind mit großem Wohnwagen-Gespann wirklich kein Spaß. Schmale Straßen im gefühlten 45 Grad Gefälle und ich bekomme bei jeder Kurve Schnappatmung. Die spinnen die Spanier! Aber der Mann hat uns gut manövriert und erfolgreich gejagt…

Bei meinen Recherchen habe ich einen anderen nette Reiseblog entdeckt und wir folgen der Empfehlung von Doreen und peilen den Campingplatz „Don Quijote“ an. Wir landen in „Klein Holland“ oder der ultimativen Ü60-Party. Alles sehr gepflegt, super ausgestattet und eine sehr nette und entspannte Atmosphäre. Da wir es bei unserer letzten Portugalreise im Nachhinein bereuten, Salamanca nicht aus der Nähe erlebt zu haben, planen wir für den Nachmittag einen kleinen Ausflug in die Altstadt. Leider wird nichts draus. Das Wohnwagen-Schloss scheint kaputt zu sein. Ich hasse solche unvorhersehbaren Spielverderber-Momente! Ohne ersichtlichen Grund geht der Schlüssel nicht mehr ins Schloss – Nerv! Also Planänderung damit wir morgen mit intaktem Wohnwagen weiter reisen können. Glück im Unglück: Direkt gegenüber vom Campingplatz gibt es einen Caravan-Händler mit Werkstatt und eine sehr nette MechanikerIN! Steht uns mit Rat und Tat zur Seite.

Es kann morgen also mit neuer Klinke weitergehen und wir sitzen entspannt mit Wein und Laptop VOR dem Wohnwagen und beratschlagen, wo unser erstes Anlaufziel in Portugal sein wird.
