Etappe 11: Blanes – Marseillan Plage

Camping ist nicht gleich Camping. Das gilt für die Art des Campierens (Zelt, Womo, Caravan…) aber auch für die Wahl des Campingplatzes. Wir haben auf unserer Tour nun schon sehr verschiedene Varianten besucht und ausprobiert. Von einfach und schnörkellos, über wunderbar verträumt und entspannt, familiär und lässig bis super ausgestattet und im großen Stil. In diese Kategorie fällt „La Bella Terra“ in Blanes. Man spürt immer sehr schnell, ob man sich auf einem Platz wohl fühlen wird. Schon beim Ankommen, dem ersten Gespräch in der Rezeption und dem Beziehen der Parzelle…Das hier ist eher nicht unseres. Für einen Etappen-Stopp eigentlich super: Große, einfach einfahrbare Plätze, tiptop Sanitär, ein gut ausgestatteter Supermarkt und für die Kids ein mega Spaßbad. Direkt am Strand und der Promenade gelegen bietet der Platz das Allround-Paket für die Familie. Vor allem für die spanische Familie. Ein ganzes Areal des Platzes ist als eine Art Wochenend-Paradies reserviert. Hier reihen sich dicke Wohnwägen mit noch größeren Vorzelten aneinander. Jeweils ein „Küchenzelt“ nebendran und der Boden gepflastert mit Plane oder Plastikfließen. Pünktlich am Freitag fallen die Großfamilien dann ein, der Pool platzt auf einmal aus allen Nähten, die Teenager führen die knappesten Hotpants aus und es wird natürlich gegrillt, was das Zeug hält. Irgendwie amüsant und ein echtes Kultur-Phänomen, aber gemütlich geht anders. Uns ist das hier einfach zu groß, zu unpersönlich und ohne jeden Charme. Wir haben sogar einen Platz direkt in der „Front Row“ mit Meeresblick, aber romantisches Beachfeeling kommt nicht auf, denn der Camper ist hier eingezäunt und anstatt in die Ferne zu schweifen, bleibt der Blick zwischen Gitterstäben hängen. Sehr gewöhnungsbedürftig.

Die Nachtfahrt hat uns alle ziemlich geschlaucht und wir brauchen relativ lange, um wieder aufzutanken. Mag auch an der lähmenden Dauerhitze liegen, denn ganz vorne gibt es keinen Baumschatten mehr… Wir machen das Beste draus und nehmen nochmal alles mit, was Spaß macht: Mittagshitze am Pool vertrödeln, Deutschlandspiel bei Gin Tonic an der Bar gucken (OK, hierbei hielt sich der Spaß eher in Grenzen..) und Flanieren an der Promenade.

Der Camping, den ich für unseren nächsten Stopp rausgesucht habe, liegt in 4-Stunden-Reichweite und so probieren wir es lieber nochmal tagsüber. Klappt auch total gut. Der Große kommt vor allem richtig auf seine Kosten: Auf dem Autobahnrastplatz, den wir für die Mittagspause nutzen, wird gerade umfangreich von der Autobahnpolizei kontrolliert- Autos filzen, flotte spanische Uniformen und Motoradeinsatz inklusive….

Der Campingplatz „Beauregard Plage“ in Marseillan-Plage ist ein Volltreffer! Gemütlich, ganz viel grün, keine Dauer-Camper, keine Mobile-Homes und direkt am Strand. Wir sind nicht die einzigen, die das finden – der Platz ist „tout complet“. Einen letzten Platz können wir ergattern. Zugegeben, nicht die allerbeste Lage und der Fendt passt gerade eben so rein, aber wir fühlen uns so wohl, dass wir trotzdem bleiben wollen. Außerdem können wir nach 3 Nächten wechseln, auf einen großen Schattenplatz – Bingo! Wir genießen in vollen Zügen das entspannte Flair, die angenehmen Temperaturen, imposante Muschelfunde, die netten Nachbarn und eine wirklich perfekte Strandbar! Das hier ist genau das, was Camping für mich ausmacht. Es fühlt sich nach Kindheitserinnerung an, nach Urlaub pur und nach „Hier will ich nicht mehr weg“. Entschleunigung, Freiheit, ein bisschen Meer, ein bisschen städteln, Ruhe und Geselligkeit in einem und, ja, La France, mon amour!

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